Nur ein Berlin Hotel? Das Kempinski und seine Geschichte

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Erstellt von Jochen | Erstellt unter Allgemein | Erstellt am 09-01-2012

Ein Berlin Hotel wurde für einen Imbissbesitzer zum Grundstein der ersten Luxushotelkette Europas
Berliner verbinden mit dem Namen Kempinski eines ihrer bekanntesten Luxushotels, das direkt am Kurfürstendamm gelegen und weit mehr als nur einfach eines der Zahlreichen Hotels in Berlin ist. Besonders zu Zeiten der Berlinale gehen hier Stars ein und aus. So reicht die Gästeliste von Einstein, Bernstein und Maria Callas über Hitchcock, Mastroianni und Thomas Mann bis zu Walt Disney. Dabei ist Kempinski längst mehr als nur ein Berlin Hotel: so heißt auch die älteste Luxushotelkette Europas mit weltweit 66 Fünf-Sterne-Unterkünften.

Wie alles begann: Ein Imbiss und ein Berlin Hotel
Sucht man für seine Kurzreise nach Hotel-Infos über das Kempinski, so wird man auf eine spannende Familiengeschichte stoßen, die im Kleinen auch die Geschichte der Hauptstadt reflektiert. Berthold Kempinski (1843 Posen-1910 Berlin) trat nach dem Abitur in Breslau in die Weinhandlung seines Bruders ein, die „M. Kempinski & Co.“ hieß. 1872 zogen er und seine Frau Helene nach Berlin, um in der Friedrichstraße 178 einen Ableger mit Imbissbetrieb zu gründen. Nach großem Erfolg kam 1889 ein vierstöckiges Restaurant in der Leipziger Straße 25 dazu. Es war mit bis zu 10.000 Gästen pro Tag das Größte der Stadt und ganz neu in seinem Konzept der „Sozialisierung des Luxus“, indem es auch Unterschichten mit halben Portionen zum halben Preis lockte. Bald übernahm Schwiegersohn Richard Unger die Geschäfte. 1928 kaufte Kempinski das Hotel Vaterland am Potsdamer Platz; ein Jahr zuvor hatte Unger ein Restaurant am Kurfürstendamm 27 eröffnet, wo heute das Hotel Bristol steht.

Nazis und Neuzeit: Ein Berlin Hotel wird zum Exportschlager
1937 übernahmen die Nazis das Unternehmen als Teil der Aschinger AG und brachten viele Mitglieder der Kempinski-Familie in KZs um. Richard Unger war rechtzeitig in die USA emigriert. Sein Sohn Friedrich war es, der 1951 auf dem rückgeführten Grundstück am Kurfürstendamm 27 ein Berlin Hotel namens Kempinski eröffnete. 1953 verkaufte er Namen und Anteile an eine Hotelbetriebs-AG, die heute als „Kempinski Hotels S.A.“ ihren Sitz in Genf hat und der thailändischen Königsfamilie sowie der Lufthansa gehört. Zu ihren 66 Luxushotels in 29 Ländern zählen neben dem Berliner Kempinski auch das Atlantic in Hamburg, das Adlon in Berlin und das Vierjahreszeiten in München.

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